Augentröster   

Filme von Franz Indra

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Das namhafte Festival des deutschen Films in Ludwigshafen am Rhein endete mit der Ludwigshafener Petition, in der eine Trennung der deutschen Filmförderung in einen künstlerischen und einen wirtschaftlichen Zweig gefordert wird. Diesem Wunsch schließe ich mich aus vollem Herzen an: Im jetzigen Zustand ist unsere Filmförderung eine Chimäre, in der man selbst für Kurzfilme beim Antrag darlegen muß, in welchen Bundesländern welche Teile der Postproduktion beauftragt werden – damit sich die Fördermittel wirtschaftlich rechnen. Ein künstlerisch ambitioniertes Projekt konkurriert mit Werner 4, da beide aus demselben Topf gefördert werden, welchen Sinn soll das haben?

Die neue Datenschutzerklärung

Am 25. Mai 2018 endet die zweijährige Übergangsfrist, seit die neue EU-Datenschutzgrundverordnung in Kraft getreten ist, Sie haben deswegen sicher bereits ein paar Dutzend Emails erhalten.

Was denken sich diese Politiker nur? Auf einmal wird man gezwungen, sich Gedanken über sein Verhalten im Internet Gedanken zu machen! Dabei ist das alles einfach nur Neuland…

Meine Datenschutzerklärung finden Sie hier.

Documenta 2017

Mitten auf dem Friedrichsplatz in Kassel steht ein griechischer Tempel, errichtet aus zensierter Literatur. Er ist das Symbol der diesjährigen Documenta, und seine vielen Fotografien können den Eindruck nicht wiedergeben, wenn man leibhaftig vor ihm steht und zwischen den Säulen hindurch wandelt. Mittags stellt er sich anders da als abends, und sitzt man im Liegestuhl davor mit einem überraschend guten Eis in der Hand, fühlt man sich auch unwillkürlich nach Athen versetzt, Veranstaltungsort der ersten Documenta-„Dependance“.

Gegründet wurde die wohl bedeutendste Kunst-Ausstellung der Welt 1955 von Arnold Bode und war auf Anhieb ein großer Erfolg. Die großen Kunstschauen sind aus den Weltausstellungen des 19. Jahrhunderts hervorgegangen, teilen aber zumindest heute nicht mehr deren auf Überwältigung bedachte Großmannssucht und kolonialistischen Blick auf die Menschheit. Kurator Adam Szymczyk hat viele Werke versammelt, die sich mit dem Schicksal von Flüchtlingen auseinandersetzen, was einige (wenige) Besucher wohl als ungehörig empfinden. Die über ganz Kassel verstreuten Kunstwerke sind aber ganz selbstverständlich Teil der Stadt geworden, worauf die Einheimischen zu recht stolz sind.

In ihrer Gesamtheit ist eine so große Ausstellung bei einem Besuch kaum zu erfassen. Wer die Gelegenheit bis zum 17. September noch ergreifen möchte, sollte sich auf den Friedrichsplatz im Stadtzentrum konzentrieren. Documenta-Halle, Orangerie (u.a. mit Videos von Romuald Karmakar), der Königsplatz mit dem Obelisken von Olu Oguibe oder auch die Bibliothek von Lucius Burckhardt im kleinen Peppermint sind in Laufweite, auf bzw. am Platz finden sich neben dem Parthenon allerlei weitere Kunstwerke der aktuellen oder früherer Ausgaben, darunter die bekannten 7.000 Eichen von Joseph Beuys und die Landschaft im Dia der Haus-Rucker-Co.

Insbesondere aber steht hier das Fridericianum, das bereits die erste Documenta beherbergte. Dieses Mal zeigt es Werke des „Nationalen Museums für Zeitgenössische Kunst“ EMST, das zwar schon 1997 in Athen gegründet wurde, aber erst 2016 bezugsfertig war und wegen Geldmangels noch immer nicht geöffnet ist. Diese Ausstellung, ein Rundumschlag der letzten Jahrzehnte zeitgenössischer griechischer Kunst, ist wirklich beeindruckend.

PS: In der Documenta-Halle gehört ein Raum ganz den Gemälden von Miriam Cahn, die bereits 1982 auf der Documenta ausgestellt hat, aber im Streit geschieden war. Während ich vor ihren recht plakativen Bilder von Nackheit und Gewalt tatsächlich darüber nachdenke, ob man hier nicht besser eine Warnung am Eingang anbringen sollte, kommt eine Familie mit kleinem Kind herein. Das Töchterchen äußert sofort seine Begeisterung über die Gemälde, und als die Mutter etwas verlegen reagiert, legt es nach: „Wieso? Ist doch ganz naturalistisch!“

Ehrenpeis der Interfilm-Akademie an Artur Brauner auf dem Filmfest München

Wie jedes Jahr vergibt die Interfilm-Akademie auf dem Filmfest München (22. Juni bis 1. Juli) den One-Future-Preis und einen Ehrenpreis an eine Persönlichkeit des Filmlebens.

Dieses Jahr wird der Produzent Artur Brauner für sein Lebenwerk geehrt. Die von ihm 1946 gegründete Central Cinema Comp. Film GmbH zählt zu den größten und erfolgreichsten Filmproduktionsfirmen der deutschen Nachkriegszeit und gilt heute als das älteste aktive, unabhängige Filmunternehmen Deutschlands.

Die Bekanntgabe des inzwischen 98-jährigen Preisträgers hat einiges Medienecho hervorgerufen, unter anderem in der Süddeutschen Zeitung.

Preisverleihung:
Samstag, 01.07.2017, 13 Uhr
Black Box im Gasteig, Rosenheimer Straße 5 / 81667 München
Der Eintritt ist frei.

Danach findet von 14.30 bis 16.30 im Rio Filmpalast am Rosenheimer Platz das traditionelle Filmseminar statt. Gezeigt wird die Dokumentation Marina, Mabuse und Morituri mit anschließendem Filmgespräch und kleiner Feier im Foyer. Der Eintrittpreis beträgt 7,50 Euro, ermäßigt 5,50 Euro, Kartenreservierung wird empfohlen per Email an karten.interfilmakademie@gmail.com.

Wir sind der Mob!

Was passiert, wenn „besorgte Bürger“ meinen, einen Freibrief für Ausländerfeindlichkeit und schamlose Hetze zu besitzen, wird man kommendes Wochende bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern wieder beobachten können. Dazu ein kleiner Kommentar, der mir ein großes Bedürfnis war:

Ich bitte darum, dieses Video weiterzuverbreiten!

Es ist zugleich der Auftakt meines Video-Blogs Lobsterphone. Man kann ihn bei Vimeo oder YouTube abonnieren.

© 2018 by Franz Indra