Augentröster   

Filme von Franz Indra

Hamburger Filmgespräch: „The Pledge“ (engl. OF)

USA 2001 | 124 min. | Regie: Sean Penn | mit Jack Nicholson, Benicio Del Toro, Patricia Clarkson u.a.
Mittwoch, 13.12.2017, 19:00
Metropolis, Kleine Theaterstr. 10 / 20354 Hamburg

Friedrich Dürrenmatts pessimistische Weltsicht betrachtet die Welt als Labyrinth, den Menschen im Chaos gefangen und vom Zufall regiert. Dieses Konzept überträgt er auch auf die Detektivgeschichte Das Versprechen, welcher er den Untertitel „Requiem auf den Kriminalroman“ gab. Ein genialer wie fanatischer Ermittler scheitert an seiner eigenen Schlussfolgerung, weil ein zufälliges Ereignis den Lauf der Dinge ändert. Während die Verfilmung von Ladislao Vajda versöhnlich endet, bleibt die Umsetzung von Sean Penn werkgetreu, auch wenn die Handlung – die Suche nach einem mehrfachen Kindermörder – vom Schweizer Kanton Graubünden nach Reno, Nevada (USA) verlegt wird.

Jack Nicholson, der in diesem Jahr seinen 80. Geburtstag feierte, spielt überzeugend einen scheiternden und verzweifelten Kriminalisten – die allgemeine Kritik an der Institution Polizei bleibt wie im Original bestehen. Vor allem soll mit dieser Vorführung an Friedrich Dürrenmatt gedacht werden: der Schweizer Dramatiker starb am 14. Dezember 1990.

Moderiert wird die Veranstaltung vom Filmemacher Franz Indra und dem Autor Stefan Preis.

Hamburger Filmgespräch: „Es geschah am hellichten Tag“

BRD/Schweiz/Spanien 1958 | 100 min. | Regie: Ladislao Vajda | mit Heinz Rühmann, Sigfrit Steiner, Siegfried Lowitz u.a.
Mittwoch, 24.10.2017, 19:00
Metropolis, Kleine Theaterstr. 10 / 20354 Hamburg

Eine Mordserie an kleinen Mädchen versetzt den Schweizer Kanton Graubünden in Angst und Schrecken. Der Polizeikommissar Matthäi verspricht der Mutter eines der Opfer, den Täter zu finden. Als später ein Verdächtiger verhaftet wird und sich in der Zelle erhängt, scheint der Fall gelöst. Doch Matthäi hat Zweifel. Er stellt weitere Nachforschungen an und orientiert sich an einer Straße, die der Mörder offenbar befährt. Dort mietet er eine Tankstelle, versorgt von einer alleinstehenden Frau und ihrer kleinen Tochter. Sie wissen nicht, dass Matthäi indirekt das Mädchen als Lockvogel benutzt.

Im Kino der 1950er Jahre wirkt dieser Klassiker des Kriminalfilm-Genres wie ein Fremdkörper. Die vielschichtige Handlung ist vor dem Hintergrund von gegen Kindern gerichteter Gewalt und Mordaufrufen in sozialen Netzwerken von erschreckender Brisanz. Aufgrund seiner darstellerischen Leistung bekam Gert Fröbe fünf Jahre später die Titelrolle in der James-Bond-Verfilmung Goldfinger. Heinz Rühmann verkörpert überzeugend den fanatischen Ermittler, dessen Vorgehensweise auch die Frage nach deren ethischer Legitimität aufwirft. Die literarische Vorlage für den Film (Das Versprechen) stammt von dem Schweizer Schriftsteller Friedrich Dürrenmatt.

Moderiert wird die Veranstaltung vom Filmemacher Franz Indra und dem Autor Stefan Preis.

Hamburger Filmgespräch: „La Mala Educación“

Spanien 2004 | 106 min. | Regie: Pedro Almodóvar | mit Gael García Bernal, Fele Martínez, Javier Cámara u.a.
Mittwoch, 26.07.2017, 19:15
Metropolis, Kleine Theaterstr. 10 / 20354 Hamburg

Im Spanien der Franco-Zeit entdecken zwei Jungen – Ignacio und Enrique – Liebe, Kino und Angst in einer christlichen Schule. Ihr Schulleiter Pater Manolo ist Täter und Zeuge zugleich. Die drei begegnen sich in 70er und 80er Jahren erneut, mit gewandelten Identitäten.

Almodóvars Meisterwerk handelt von sexuellem Mißbrauch und noch viel mehr: Kreativität, Selbsttäuschung und der Sehnsucht, sich zu verlieben. Der Zuschauer darf sich seiner Sache nicht zu sicher sein, mit jeder Wendung wechselt der Film sein Genre.

Die Hamburger Filmgespräche werden von der Interfilm-Akademie in Kooperation mit dem Hamburger Kino Metropolis veranstaltet. Es moderieren der Filmemacher Franz Indra und der Autor Stefan Preis.

Hamburger Filmgespräch: „The Machinist“

USA 2004 | 101 min. | Regie: Brad Anderson | mit Christian Bale, Jennifer Jason Leigh, Aitana Sánchez-Gijón u.a.
Dienstag, 16.05.2017, 21:15
Metropolis, Kleine Theaterstr. 10 / 20354 Hamburg

Der Maschinist Trevor Reznik hat seit einem Jahr nicht mehr geschlafen. Seine Schlaflosigkeit hat zu einem schockierenden Verfall seiner körperlichen und geistigen Verfassung geführt, den seine Kollegen mit Argwohn, seine einzigen Bezugspersonen – die Prostituierte Stevie und die Kellnerin Marie – mit Sorge verfolgen. Dann verschuldet Trevor auch noch einen Arbeitsunfall, bei dem ein Mann einen Arm verliert. Seine Schuldgefühle weichen jedoch bald einem wachsenden Misstrauen und schließlich einer ausgewachsenen Paranoia, als er in seiner Wohnung kryptische Notizen findet und von einem mysteriösen neuen Arbeitskollegen verfolgt wird, den es gar nicht geben soll.

Der Einfluss Dostojewskijs auf amerikanische Intellektuelle wurde von Horst-Jürgen Gerigk ausführlich beschrieben. Brad Andersons Interpretation der Verbrechen-und-Strafe-Thematik, unheimlich-düster und traurig zugleich, ist nicht nur mit zahlreichen Zitaten versehen (so liest die Hauptfigur Der Idiot, in einer Geisterbahn flackert Crime and Punishment auf), sondern beschreibt auch ein von der Kriminologie häufig bestätigtes Phänomen: dass eine begangene Schuld auch für den Täter eine unglaubliche, psychisch kaum verarbeitbare Belastung darstellen kann.

Die Hamburger Filmgespräche werden von der Interfilm-Akademie in Kooperation mit dem Hamburger Kino Metropolis veranstaltet. Es moderieren der Filmemacher Franz Indra und der Autor Stefan Preis.

Hamburger Filmgespräch: „An American Crime“

USA 2007 | 98 min. (OmU) | Regie: Tommy O’Haver | mit Ellen Page, Hayley McFarland, Nick Searcy u.a.
Dienstag, 28.03.2017, 19:00
Metropolis, Kleine Theaterstr. 10 / 20354 Hamburg

1965 wurde ein 16-jähriges Mädchen im beschaulichen Bundesstaat Indiana von ihrer Pflegemutter und deren eigenen Kindern in den Keller gesperrt und schwer misshandelt. Die Willkür und Bodenlosigkeit dieses Verbrechens war ein tiefer Schock für die amerikanische Öffentlichkeit. Tommy O’Havers Verfilmung gelingt es, den Fall in schier unerträglicher Intensität nachzuzeichnen.

Die Hamburger Filmgespräche werden von der Interfilm-Akademie in Kooperation mit dem Hamburger Kino Metropolis veranstaltet. Es moderieren der Filmemacher Franz Indra und der Autor Stefan Preis.

2. Hamburger Filmgespräch: „Paranoid Park“

USA 2007 | 85 min. (OmU) | Regie: Gus Van Sant | mit Gabe Nevins, Daniel Liu, Taylor Momsen u.a.
Dienstag, 10.01.2017, 19:00
Metropolis, Kleine Theaterstr. 10 / 20354 Hamburg

Im Januar werden die Hamburger Filmgespräche fortgesetzt, eine neue Filmreihe der Interfilm-Akademie München in Kooperation mit dem Kino Metropolis und unter Beteiligung des Weißen Rings.

Dostojewskij in Portland: Als moderne Variante der „Verbrechen und Strafe“-Thematik wird die traurige Geschichte eines isolierten Jugendlichen erzählt, der den Tod eines Menschen verschuldet, „eine irritierende Studie der Langeweile, Desorientierung und der erschreckenden Abwesenheit von Empathie und Moralität“ (Lexikon des Internationalen Films).

Seitdem das Medium Film besteht, beschreibt und erklärt es gesellschaftliche Phänomene, u.a. auch Ursachen und Erscheinungsformen von Kriminalität. Als zweiten Beitrag der Kriminologischen Filmreihe zeigt die Interfilm-Akademie München Paranoid Park von Gus Van Sant, der schonungslos die Ursachen für Jugendgewalt hinterfragt und nicht eindeutig die Grenzen zwischen Täter und Opfer defniert. Moderiert wird die Veranstaltung vom Filmemacher Franz Indra und dem Autor Stefan Preis.

Die Interfilm-Akademie München ist ein internationales Forum, das den Dialog zwischen Film, Kultur und Religion fördert. Sie richtet sich an Menschen, die auf zeitgemäße Weise nach Sinn fragen wollen. Der Weiße Ring e.V. ist ein Verein zur Unterstützung von Kriminalitätsopfern und zur Verhütung von Straftaten.

1. Hamburger Filmgespräch: „Elephant“

USA 2003 | 78 min. (OmU) | Regie: Gus Van Sant | mit Alex Frost, Eric Deulen, Matt Malloy u.a.
Sonntag, 16.10.2016, 19:00
Metropolis, Kleine Theaterstr. 10 / 20354 Hamburg

Nächste Woche starten die Hamburger Filmgespräche, eine neue Filmreihe der Interfilm-Akademie München in Kooperation mit dem Kino Metropolis und dem Weißen Ring.

Ein Tag an einer ganz normalen US-High School: Es dreht sich alles um Unterricht, Freunde, Klatsch und Tratsch, Klassenarbeiten, Sport und Gewalt.

Wie beiläufig wird die Vorbereitung eines Mass Shootings zweier Freunde erzählt. Nichts weist explizit auf ihr Vorhaben hin. Die Handlung bezieht sich frei auf den Amoklauf an der Columbine High School 1999. Die nüchterne und gleichzeitig radikal schonungslose Inszenierung Van Sants über die Unerklärbarkeit einer solchen Tat und die Sinnlosigkeit des Todes ist bisher einzigartig in der Filmgeschichte und wurde in Cannes mit der Goldenen Palme ausgezeichnet.

Seitdem das Medium Film besteht, beschreibt und erklärt es gesellschaftliche Phänomene, u.a. auch Ursachen und Erscheinungsformen von Kriminalität. Den Auftakt einer Kriminologischen Filmreihe macht am 16. Oktober 2016 um 19 Uhr im Metropolis Elephant – ein ebenso kritischer wie kontroverser Film, der sich mit dem Phänomen des Amoklaufs auseinandersetzt. Moderiert wird die Veranstaltung vom Filmemacher Franz Indra und dem Autor Stefan Preis.

Die Interfilm-Akademie München ist ein internationales Forum, das den Dialog zwischen Film, Kultur und Religion fördert. Sie richtet sich an Menschen, die auf zeitgemäße Weise nach Sinn fragen wollen. Der Weiße Ring e.V. ist ein Verein zur Unterstützung von Kriminalitätsopfern und zur Verhütung von Straftaten.

Tramper – Time to Time

Aus letztem Herbst stammt dieses Musikvideo von Tramper. Wir haben zu dritt recht entspannt im Stadtpark gedreht. Den Zeitlupen-Effekt haben wir erzeugt, indem wir beim Drehen die Musik beschleunigt abgespielt haben.

Aufführungen

Dieses Wochenende findet findet das Kulturfestival Seekult in Friedrichshafen statt, und es freut mich sehr, daß dort gleich drei meiner Filme gezeigt werden:

Bei dieser Gelegenheit möchte ich noch zwei andere Veranstaltungen der letzten Monate nachreichen:

Am 27.08. veranstaltete das Goldbekhaus Winterhude die Blaue Hofnacht mit dem Kurzfilmprogramm Ansichten vom Glück, in dem Eddy hat Besuch lief.

Am 24. 09. wurden beim Kurzfilmabend In Auflösung in der Zinnschmelze in einem sehr schön zusammengestellten Programm Lange Schatten und Carls Schwester (den es auf diesen Seiten noch nicht zu sehen gibt) gezeigt.

Bei diesen beiden Terminen war ich auch anwesend und möchte noch einmal den Veranstaltern und den Zuschauern für die schönen Abende danken.

Burkina Faso – Zwischen gestern und morgen

Vor ein paar Jahren hatte ich die glückliche Gelegenheit, für die Interfilm Akademie München zwei Wochen in Westafrika zu verbringen. Dies war zwar meine erste Reise nach Afrika, und meine Kollegin Christine und ich hatten ein recht volles Programm: Kontakt zur Filmhochschule in Ouagadougou herstellen, Stiftung des Preises Prix Jeunesse Afrique auf dem Filmfestival Fespaco, Begleitung deutscher Austausch-Schüler, Zusammenarbeit mit Wolf Gaudlitz bei seinem Wüstenkino usw.
Dennoch ließen wir die Gelegenheit nicht ungenutzt, unsere Erlebnisse zu filmen und viele interessante Gesprächspartner zu interviewen. Ein kleines Problem bestand nur in der Tatsache, daß ich keine französisch spreche, von den Muttersprachen ganz zu schweigen…

Dies ist der Essay, der dabei entstand:

Teil 1

Teil 2

Teil 3

Teil 4

Inhaltsbeschreibung

Im Frühjahr 2007 begleiten Christine Weissbarth und Franz Indra im Auftrag der Interfilm-Akademie deutsche Austausch-Schüler auf ihrer Reise durch Burkina Faso. Obwohl einer der ärmsten Staaten der Welt, gilt die Hauptstadt Ouagadougou als kulturelles Zentrum Westafrikas. Wir erfahren nicht nur von der politischen Situation Burkina Fasos und erleben Animismus auf dem Land, sondern sehen auch das friedliche Nebeneinander von Christentum und Islam. Die Teilnehmer des Interfilm-Seminars „Jeunesse et Cinema“ besuchen dabei auch das FESPACO, das größte Filmfest südlich der Sahara.

Stabliste

Regie, Kamera Christine Weissbarth, Franz Indra
Schnitt Franz Indra
Produktion Interfilm Akademie München
Idee, Redaktion Eckart Bruchner
Original-Musik Mamadou Sanou

Technische Daten

Genre Dokumentation
Länge 36′ 45″
Produktionsland Deutschland
Sprache deutsch, französisch
Untertitel deutsch
Seitenverhältnis 4 : 3
Farbe ja
Tonverfahren Stereo

PseikoMi – On My Mind

Es war 2002, daß dieser Videoclip zu On My Mind von PseikoMi entstand. Man sieht, daß wir viel Spaß hatten, und erfreulicherweise konnten wir Antoines Freundin und Muse für diesen Song als Co-Star gewinnen. (Hinweis: Der Vorspann stammt nicht von mir.)

Freier Eintritt

Wenn man einige Zeit an einer Kunsthochschule verbringt, beginnt man irgendwann den Humor zu vermissen (zumindest ging das mir so). Auch wollte ich zwischendurch einige kleine Filme ohne den üblichen gewaltigen Zeitaufwand herstellen. Also tat ich mich mit meinem Kommilitonen Ulf Groote zusammen, um im Laufe einiger Semester die folgende Trilogie herzustellen.

Freier Eintritt für Franz und Ulf

In unregelmäßigen Abständen wurden aktuelle Studentenfilme an Kurzfilm-Abenden im Kino präsentiert, eine lobenswerte Einrichtung. Unser erstes gemeinsames Werk ist eine Satire auf immer wiederkehrende typische Elemente der Filme, die man da so zu sehen bekam. Das ist einfach nur lustig gemeint… Der Name des Films kommt übrigens daher, daß man keinen Eintritt zahlen mußte, wenn auch ein eigener Film im Programm lief.

Erster Preis für Franz und Ulf

Der zweite Film ist eine Satire darauf, wie man bei jedem Festival den Publikumspreis abräumt, und dieser ist eine durchaus ernsthafte Kritik: Zeige leere, aber suggestive Bilder, die jeder mit seinen eigenen Assoziationen auffüllen kann, unterlege den Film mit bekannter Musik, die von selbst für gute Stimmung und den Anschein von Qualität sorgt, und zum Schluß noch ein hohler Sinnspruch…

Den hier verwendeten habe ich dem Hintergrundmaterial das Rollenspiels Das Schwarze Auge entnommen, wo er selbst bereits als Satire auf fernöstliche Weisheiten verwendet wird:

Um die Welt zu verstehen,
muß ich meinen Garten nicht verlassen,
denn kein Teil der Welt
ist dem anderen fremd.
– Zendijian der Stille

Freie Daten Pressespiegel

Der dritte Film schließlich ist ein kurzer Kommentar zum Thema Datenschutz und gar nicht lustig.

jubilee* – pink boy

2004 bat mich Leif Astroid um einen Videoclip für seine Band jubilee*. Erfreulicherweise konnten wir in einer HfbK-WG in einem riesigen Loft drehen. Jedes Bandmitglied bekam seine Ecke, um dort sozusagen sein Ding zu machen. Zum Finale stehen alle auf und kommen zusammen. Der Mittelteil kontrastiert durch farbstrotzende Außenaufnahmen, in denen die Band erst von Fans umjubelt und dann verfolgt wird.

© 2017 by Franz Indra