Augentröster   

Filme von Franz Indra

Das Verborgene Gesicht

Sie können diese Filmkritik unbesorgt lesen, ich werde keine entscheidenden Geheimnisse der Handlung verraten. Und das ist bei diesem Film besonders wichtig.

Wenn in einem Film – wir befinden uns in Lateinamerika – ein Schäferhund Hans gerufen wird, kann man darauf wetten, daß wenig später ein Hakenkreuz auftaucht. Doch das nur nebenbei… Fabiana, eine lebenslustige junge Frau, lernt einen Mann kennen, interessant und geheimnisvoll. Und dann stellt sich Adrián auch noch als erfolgreicher Nachwuchs-Dirigent heraus. Schon nach ein paar Tagen ist sie quasi bei ihm eingezogen, er wohnt standesgemäß in einem Anwesen auf dem Land. Erste Irritationen gibt es, als sie merkt, daß die Polizei nach seiner vor Kurzem verschwundenen Freundin (nun also Ex-Freundin) Belén sucht. Ist es nicht erstaunlich, daß er so schnell wieder zu einer neuen Beziehung bereit ist? Fabiana fängt an, sich in dem hellen und freundlichen Haus zu gruseln, das Badezimmer spielt ihr Streiche, sie hört Stimmen. Ist das womöglich ein Geist?

Ein klassisches und vielfach variiertes Motiv, das läßt sich so bereits erahnen, und mehr darf man über die Handlung auf keinen Fall verraten, will man nicht den grausamen Twist preisgeben. Der noch recht unbekannte Nachwuchsfilmer Andrés Baiz zeigt, daß er nicht nur weiß, wie man eine Geschichte schreibt, sondern auch, wie man sie schneidet. Das Verborgene Gesicht ist ein Thriller, der unterhalten will und nichts weiter, aber das wird geliefert. Wenn man zu viel darüber weiß, schmälert das den Genuß aber erheblich. Also: keine Ankündigungen lesen, auf jeden Fall den Trailer meiden, Film anschauen!

Meine IMDb-Bewertung: ******** (8 von 10)

La cara oculta, Spanien/Kolumbien, 2011, 97 min.

Regie: Andrés Baiz

Drehbuch: Andrés Baiz, Hatem Khraiche, Arturo Infante und Stewart St. John

Kamera: Josep M. Civit

Darsteller: Martina García, Quim Gutiérrez, Clara Lago

© 2017 by Franz Indra