Augentröster   

Filme von Franz Indra

Hamburger Filmgespräch: „Lone Star“ (OmaU)

USA 1996 | 135 min. | Regie: John Sayles | mit Chris Cooper, Elizabeth Peña, Kris Kristofferson u.a.
Mittwoch, 28.11.2018, 19:00
Metropolis, Kleine Theaterstr. 10 / 20354 Hamburg

Nicht weit von der texanischen Kleinstadt Frontera findet Sheriff Sam Deeds ein Skelett – und gleich daneben einen Sheriff-Stern. Damit beginnt für ihn eine Reise in die Vergangenheit. Der Hauptverdächtige ist sein eigener Vater, der legendäre Buddy Deeds, der Mann, der immer alles richtig gemacht hat. Lone Star ist auch ein Film über das Leben der Menschen an der texanisch-mexikanischen Grenze, über kulturelle Befindlichkeiten und kulturelle Vorherrschaft. Geschichte wird immer von den Siegern geschrieben.

Der Film zeigt den Sheriff beim Lösen eines sogenannten „cold case“. In der Diskussion möchten wir auf die tatsächliche Ermittlerarbeit eingehen.

Der Film wird als 35mm-Kopie mit arabischen Untertiteln gezeigt!

Die Kriminologische Filmreihe im Rahmen der Hamburger Filmgespräche wird von der Interfilm-Akademie in Kooperation mit dem Hamburger Kino Metropolis veranstaltet. Es moderieren der Filmemacher Franz Indra und der Autor Stefan Preis.

breaking news *** Ludwigshafener Petition *** breaking news

Das namhafte Festival des deutschen Films in Ludwigshafen am Rhein endete mit der Ludwigshafener Petition, in der eine Trennung der deutschen Filmförderung in einen künstlerischen und einen wirtschaftlichen Zweig gefordert wird. Diesem Wunsch schließe ich mich aus vollem Herzen an: Im jetzigen Zustand ist unsere Filmförderung eine Chimäre, in der man selbst für Kurzfilme beim Antrag darlegen muß, in welchen Bundesländern welche Teile der Postproduktion beauftragt werden – damit sich die Fördermittel wirtschaftlich rechnen. Ein künstlerisch ambitioniertes Projekt konkurriert mit Werner 4, da beide aus demselben Topf gefördert werden, welchen Sinn soll das haben?

Kurzfilm: „Carls Schwester“

Carls Schwester war der aufwendigste und längste Film, den ich während meiner Zeit an der HfbK Hamburg gedreht habe – sozusagen das „opus magnum“ meines Studiums 🙂 Die gesamte Arbeit – Schreiben, Produktion, Dreh und Schnitt – habe ich in sehr guter Erinnerung und bin immer noch allen Beteiligten für ihren großen Einsatz dankbar! Franziska Arndt, deren Filmdebut Carls Schwester war, spielte danach in Eine dunkle Begierde von David Cronenberg, dem bemerkenswerten Wild von Nicolette Krebitz und Draußen in meinem Kopf, dem Erstling meiner Kommilitonin Eibe Maleen Krebs. Aktuell ist sie in der Serie Freundinnen auf RTL zu sehen, tatsächlich an der Seite von Sascha Rotermund, der hier den Carl spielt! Saschas Stimme dürften inzwischen viele kennen, er synchronisiert beispielsweise Benedict Cumberbatch in dessen Kinofilmen. Mit Oliver Warsitz konnte ich erfreulicherweise schon oft zusammen arbeiten, er war auch in den Buddenbrooks und dem ein oder anderen Tatort dabei.


Die erste Idee zu diesem Film entstand aus der Begegnung mit Hamburgs Architektur heraus, den vielen Backsteingebäuden, die nachts eine ganz eigene Stimmung ausstrahlen. Carls Schwester erzählt die kafkaeske Geschichte eines jungen Mannes auf der Suche nach seiner lange verschwundenen Schwester, der sich dabei mit zunehmend surrealen Hindernissen konfrontiert sieht. Carl wird beherrscht von dem Eindruck, daß sich alle Menschen und Institutionen um ihn herum umso mehr seinen Wünschen verschließen, je mehr er versucht, sich ihnen anzupassen – entsprechend verzerrt ist seine Wahrnehmung. Am Ende erreicht er sein Ziel, doch auf andere Art und Weise, als er dachte.

Besetzung und Stabliste

Drehbuch, Regie, Produktion, Schnitt Franz Indra
Kamera Thomas Oswald
Original-Musik Andreas Indra
Ausstattung Stepan Chomjakow
Kostümdesign Anja Kaczmarek
Visuelle Effekte Ulf Groote
Carl Sascha Rotermund
Nikki Franziska Arndt
Pförtner Oliver Warsitz
Hauswirtin Leondina Herbek

Technische Daten

Genre Kurzspielfilm
Länge 25′ 50″
Sprache deutsch, englische Untertitel
Seitenverhältnis 16 : 9
Tonverfahren Stereo / DTS
Kamera Panasonic AG – DVX100A E

Hamburger Filmgespräch: „National Bird“ (OmU)

USA 2016 | 92 min. | Regie: Sonia Kennebeck
Dienstag, 04.09.2018, 21:15
Metropolis, Kleine Theaterstr. 10 / 20354 Hamburg

Der moderne Drohnenkrieg gehört zu den umstrittensten militärischen Maßnahmen der Neuzeit. Das Töten per Joystick und die Verweigerung staatlicher Übernahme von Verantwortung lassen sich wie ein „Outsourcing“ kriegerischer Gewalt lesen.

In dieser Dokumentation wenden sich mehrere ehemalige Mitarbeiter der Streitkräfte an die Öffentlichkeit, da sie mit ihrer Mitschuld am Tod ihnen völlig Unbekannter auf weit entfernten Schauplätzen nicht zur Ruhe kommen.

Die Kriminologische Filmreihe im Rahmen der Hamburger Filmgespräche wird von der Interfilm-Akademie in Kooperation mit dem Hamburger Kino Metropolis veranstaltet. Es moderieren der Filmemacher Franz Indra und der Autor Stefan Preis.

Hamburger Filmgespräch: „Die Jungfrauenquelle“ / „Jungfrukällan“

Schweden 1960 | 89 min. | Regie: Ingmar Bergman | mit Max von Sydow, Birgitta Valberg, Gunnel Lindblom u.a.
Dienstag, 14.08.2018, 19:00
Metropolis, Kleine Theaterstr. 10 / 20354 Hamburg

Schweden im Mittelalter: Ein junges Mädchen wird auf dem Weg zur Kirche von Hirten überfallen, vergewaltigt und ermordet. Die Rache des Vaters ist schrecklich.

Ingmar Bergmans Klassiker des theologischen Kinos markiert nicht nur den Anfang des Rape-Revenge-Sub-Genres (Wes Craven nannte Bergman sein wichtigstes Vorbild für The Last House on the Left und Gaspar Noé löste wegen der Vergewaltigungssequenz in Irreversible einen ähnlichen Skandal aus wie seinerseits Die Jungfrauenquelle). Der Film thematisiert zeitlos das Leid von Angehörigen von Verbrechensopfern, Selbstjustiz und sucht nach einer Antwort, warum ein guter Gott Böses zulässt.

Die Kriminologische Filmreihe im Rahmen der Hamburger Filmgespräche wird von der Interfilm-Akademie in Kooperation mit dem Hamburger Kino Metropolis veranstaltet. Es moderieren der Filmemacher Franz Indra und der Autor Stefan Preis.

© 2018 by Franz Indra